Mittwoch, 17. August 2016

Nachbarschaftshilfe in der Urlaubszeit: Bei Schäden kann es teuer werden!

Ist der Nachbar im Urlaub, kümmert man sich häufig gerne um dessen Haus und Garten. Auch bei unentgeltlichen Gefälligkeiten unter Nachbarn ist aber Vorsicht geboten, denn bei Schäden kann es schnell teuer werden. In der Regel haftet man für diese auch dann, wenn es sich nur um eine kostenlose Nachbarschaftshilfe handelt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich deshalb einen Haftungsverzicht von seinem Nachbarn unterschreiben lassen. Darauf weist Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand von Haus & Grund Bayern, hin.

Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervor (Urteil vom 26. April 2016 – Aktenzeichen: VI ZR 467/15). In dem zu entscheidenden Fall befand sich ein Hauseigentümer auf Kur. Sein Nachbar erklärte sich dazu bereit, in dieser Zeit dessen Rasen zu gießen. Nachdem er den Garten gegossen hatte, drehte er nur die am Schlauch befindliche Spritze zu. In der Nacht löste sich der Schlauch von der Spritze und es trat Wasser aus, das in den Keller lief. Der Gebäudeversicherer des Hauseigentümers erstattete zwar den Wasserschaden in Höhe von fast 12.000 Euro, verlangte dieses Geld aber von dem hilfsbereiten Nachbarn.

Zu Recht, wie der Bundesgerichtshof entschieden hat. Der Nachbar hätte nicht nur die Spritze sondern auch den Wasserhahn zudrehen müssen. Deshalb musste er den Schaden ersetzen. Etwas anderes ergebe sich grundsätzlich auch nicht daraus, dass es sich um unentgeltliche Nachbarschaftshilfe gehandelt habe. Eine Beschränkung der Haftung, für durch eine Gefälligkeit verursachte Schäden, komme nur in ganz beschränkten Ausnahmefällen in Frage.